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Schleudertrauma

Ein Schleudertrauma ist eine Verletzung der Halswirbelsäule (Nacken), die auftritt, wenn der Kopf abrupt hin- und hergeschoben wird, zum Beispiel bei einem Sturz:

  • Ein Verkehrsunfall (Auffahrunfall)
  • Ein Fall
  • Ein Zusammenstoß beim Sport

Diese Bewegung kann zu Schäden an Muskeln, Bändern, Bandscheiben, Gelenken und Nerven im Nacken führen. Auch wenn Röntgenbilder oder MRTs ’normal‘ erscheinen, können die Schmerzen sehr real und anhaltend sein.

Was sind die Symptome?

Die Symptome können sofort beginnen oder erst nach Stunden oder Tagen auftreten:

  • Nackenschmerzen und Steifheit
  • Kopfschmerzen (oft an der Schädelbasis)
  • Schmerzen in den Schultern, Armen oder im Kiefer
  • Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit
  • Kribbeln oder Schwäche in den Gliedmaßen (in einigen Fällen)

Wann gehen die Schmerzen nicht weg?

Laut einer aktuellen Studie aus dem Jahr 2025(Hellinga et al.) haben bis zu 50 Prozent der Patienten mit anhaltenden Schmerzen nach einem Schleudertrauma Schmerzen, die von den hinteren Gelenken des Halses, den so genannten zervikalen Facettengelenken (insbesondere zwischen C2-C3 und C5-C6), verursacht werden.

Diese kleinen Gelenke können sich nach einem Trauma entzünden oder überempfindlich werden, auch wenn bei der Untersuchung keine sichtbaren Verletzungen vorliegen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Facettengelenksschmerzen können nicht mit einem CT oder MRT gesehen werden, aber sie können mit einer Untersuchung entdeckt werden:

  • Gründliche fachärztliche Untersuchung
  • Selektive diagnostische Blockade: eine Injektion mit einem Anästhetikum in die Nähe der Nerven der Gelenke, um die Schmerzquelle zu bestätigen

Wie heilen Sie es?

Die Behandlung hängt von der Ursache und der Dauer des Schmerzes ab:

  • Aktive und personalisierte Physiotherapie
  • TENS (Transkutane Nervenstimulation)
    Ein kleines Gerät, das Nerven durch die Haut mit leichten elektrischen Impulsen stimuliert.
    Es kann helfen, Schmerzen zu lindern, indem es Schmerzsignale lokal, sicher und nicht-invasiv moduliert.
  • Leichte Medikamente (Schmerzmittel, Muskelrelaxantien, falls angezeigt)
  • Gezielte Infiltration in lokalisierten Fällen
  • Radiofrequenz der Facettengelenke
    eine minimal-invasive Technik zur ‚Deaktivierung‘ schmerzleitender Nerven, mit guten Ergebnissen in bestätigten Fällen

Lebensstil-Interventionen

Körperliche Aktivität (Spazierengehen, Stretching), regelmäßiger Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und Techniken zum Stressabbau können die Widerstandsfähigkeit verbessern und die Wirksamkeit medizinischer Therapien erhöhen.

Psychologische Unterstützung

Die Behandlung chronischer Schmerzen kann durch psychologische Interventionen (wie Entspannungstechniken oder kognitive Verhaltenstherapie) unterstützt werden, die dazu beitragen, Ängste, Schlaflosigkeit und die Auswirkungen der Schmerzen auf die Lebensqualität zu verringern.