Selbst bei einer schwierigen Diagnose muss niemand mit unnötigen Schmerzen leben
Was ist das?
Krebsbedingte Schmerzen sind Schmerzen, die in jedem Stadium der Krebserkrankung auftreten können, einschließlich:
- Die ersten Phasen der Diagnose
- Behandlungen (Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie)
- Die fortgeschrittenen Stadien
- Oder auch nach der Genesung, als chronischer Restschmerz
Die Schmerzen können durch den Krebs selbst, durch die Behandlungen oder durch andere Faktoren (wie Infektionen, Unbeweglichkeit, Entzündungen oder Nervenschäden) verursacht werden.

Wie häufig ist sie?
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen:
- Etwa 30-50% der Krebspatienten haben während der Krankheit Schmerzen
- In fortgeschrittenen Stadien kann der Prozentsatz auf80% ansteigen.
- In vielen Fällen können die Schmerzen wirksam kontrolliert werden, wenn sie fachgerecht behandelt werden
Wann sollen wir eingreifen?
Unkontrollierte Krebsschmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Ein frühzeitiges Eingreifen eines Schmerztherapeuten ist sinnvoll, wenn:
- Die Schmerzen sprechen nicht auf traditionelle Medikamente an
- Sie möchten die Dosierung von Opioiden reduzieren, um deren Nebenwirkungen zu begrenzen
- Der Schmerz ist neuropathisch oder kompliziert
- Inakzeptable Nebenwirkungen sind vorhanden (Sedierung, Verstopfung, Übelkeit, Verwirrung)
Welche Therapien gibt es?
Pharmakologische Behandlung
- Antinozizeptive Medikamente: Paracetamol, NSAIDs
- Opioide in kalibrierten Dosen (Morphin, Oxycodon, Fentanyl, Tapentadol)
- Medikamente gegen neuropathische Schmerzen: Gabapentin, Pregabalin, Duloxetin, Amitriptylin
- Co-Therapien: Kortikosteroide, Antidepressiva, Antikonvulsiva
Minimalinvasive interventionelle Techniken
In ausgewählten Fällen:
- Echogesteuerte oder geführte Nervenblockaden Fluoroskopie
- Gepulste oder thermische Radiofrequenz
- Neurolithische Blockaden
- Katheter für die kontinuierliche spinale Infusion (epidural oder intrathekal ) in refraktären Fällen
Andere integrierte Ansätze
- TENS und antalgische elektrische Stimulation
- Psychologische Unterstützung und kognitive Verhaltenstherapie
- Integrierte Palliativmedizin, in Zusammenarbeit mit dem Onkologen
Ziele der Behandlung
- Reduzierung der Schmerzen auf ein erträgliches Maß
- Erhaltung der maximalen Funktionalität und geistigen Klarheit
- Vermeidung oder Einschränkung der Nebenwirkungen von Medikamenten
- Verbesserung der Lebensqualität in jedem Stadium der Krankheit