Die Schulter ist eines der komplexesten Gelenke des Körpers. Aufgrund ihrer besonderen Struktur ermöglicht sie einen großen Bewegungsspielraum:
- Glenohumeralgelenk: zwischen dem Oberarmkopf (Armknochen) und der Schultergelenkspfanne des Schulterblatts.
- Rotatorenmanschettenmuskeln: Supraspinatus, Infraspinatus, Subscapularis und die kleine Rotatorenmanschette, die die Schulter stabilisieren und bewegen.
- Sehnen, Bänder und Schleimbeutel: Strukturen, die die Bewegung schützen und erleichtern.
- Innervation: der Nervus suprascapularis (70% der Empfindlichkeit) und andere Nerven des Plexus brachialis.
Warum tut es weh?
Die Ursachen für Schulterschmerzen können vielfältig sein:
- Tendinitis und Bursitis: Entzündung von Sehnen oder Schleimbeuteln.
- Arthrose: Abnutzung des Gelenks mit zunehmendem Alter.
- Verletzungen der Rotatorenmanschette
- Instabilität oder Verrenkung
- Übertragene Schmerzen (von anderen Strukturen wie dem Hals oder der Brust)
- Neurologische oder posturale Erkrankungen.

Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Diagnose basiert auf:
- Klinische Untersuchung
- Ultraschall, Röntgen oder Magnetresonanztomographie
- Diagnostische Tests wie die suprascapuläre Nervenblockade (wenn sie die Schmerzen um mindestens 50% reduziert, gilt sie als positiv)
Verfügbare Behandlungen
Konservativer Ansatz
- Physiotherapie und Übungen zur Verbesserung von Kraft und Beweglichkeit
- TENS (Transkutane Elektrostimulation): kleine elektrische Impulse, die zur Schmerzlinderung beitragen

- Medikamente: Entzündungshemmer, Analgetika
Regelmäßige Bewegung, die sich im Rahmen Ihrer Schmerzen hält, ist wichtig. Ein Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe, ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken (wie Yoga oder Meditation) können die Symptome lindern.
Interventionelle Behandlungen
- Gelenkinfiltration
- Suprascapuläre Nervenblockaden unter Ultraschallkontrolle
- Gepulste Radiofrequenz (PRF) unter Ultraschallkontrolle: minimal-invasive Technik zur Schmerzmodulation. Laut einer Studie im Brazilian Journal of Anaesthesiology (2021) führte die PRF des suprascapulären Nervs zu:
- Schmerzlinderung für bis zu 6 Monate
- Verbesserung der Bewegung
- Hohe Patientenzufriedenheit