Warum schlägt man mir dieses Verfahren vor?
Ihr Arzt vermutet, dass die Schmerzen im Rücken, in der Brust, in den Hüften oder in den Beinen durch eine Reizung der lumbalen oder thorakalen Facettengelenke verursacht werden könnten.
Diese kleinen Gelenke verbinden die Wirbel der Wirbelsäule und ermöglichen die Bewegung des Rumpfes.
Wenn sie geschädigt oder entzündet sind, können sie chronische Schmerzen verursachen.
Wenn frühere diagnostische Tests (Infiltration mit Lokalanästhetikum) Ihre Schmerzen gelindert haben, kann die Radiofrequenzdenervierung als dauerhafte Behandlung vorgeschlagen werden.
Was sind Facettengelenke?
Facettengelenke sind die Kontaktflächen zwischen zwei benachbarten Wirbeln.
Sie werden von kleinen Nerven, den sogenannten medialen Gelenkästen, innerviert, die Schmerzsignale an das Gehirn weiterleiten.
Was ist die lumbale oder thorakale Facettengelenksdenervierung?
Dabei handelt es sich um ein gezieltes Verfahren zur Behandlung chronischer Schmerzen an den Facettengelenken.
Mit einer speziellen Nadel wird kontrollierte Wärme (ca. 80°C) auf die schmerzübertragenden Nerven aufgebracht.
Dies unterbricht die Schmerzsignale und kann zu einer dauerhaften Linderung führen.
Vor dem Eingriff: Was Sie wissen sollten
Benachrichtigen Sie Ihren Schmerzspezialisten, wenn:
- Sie haben Fieber oder fühlen sich krank
- Sie haben Allergien gegen Medikamente, Lokalanästhetika oder Kontrastmittel
- Gerinnungshemmende Medikamente einnehmen (müssen möglicherweise abgesetzt werden)
- Sie sind schwanger (das Verfahren verwendet Röntgenstrahlen und wird verschoben)
Vorbereitung:
- Vereinbaren Sie eine Begleitperson: Sie werden nach der Behandlung nicht mehr in der Lage sein, Auto zu fahren.
Wie wird das Verfahren durchgeführt?
- Die Denervierungstechnik wird wie von Koetsier et al. beschrieben durchgeführt (PubMed ID: 39734603).
- Zur Sicherheit wird ein peripherer venöser Zugang gelegt.
- Sie liegen auf dem Bauch auf einer speziellen Liege.
- Die Haut wird gründlich desinfiziert und lokal anästhesiert.
- Unter radiologischer Anleitung führt der Arzt eine Nadel in die Nähe des Nervs ein.
- Die Position der Nadel wird durch kleine Teststimulationen bestätigt.
- Als nächstes wird die Nadelspitze für jeden zu behandelnden Nerv auf etwa 80°C erhitzt.
- Nach einer kurzen Beobachtungszeit können Sie in Begleitung nach Hause gehen.
Dauer des Eingriffs: ca. 30 Minuten.
Nach einer Beobachtungszeit von ca. 30 Minuten können Sie in Begleitung nach Hause gehen.
Wie geht es weiter?
- Aufgrund der Entzündungsreaktion kann es in den ersten 2-3 Tagen bis zu 2-3 Wochen zu einer leichten Zunahme der Schmerzen kommen.
- Diese Beschwerden bessern sich in der Regel spontan oder mit gängigen Schmerzmitteln innerhalb von etwa 14 Tagen.
- Im Durchschnitt berichten etwa 70-80% der Patienten über eine ähnliche Schmerzlinderung wie bei der diagnostischen Blockade.
Sie werden ein Formular erhalten, das Sie ausfüllen müssen, um den Verlauf Ihrer Schmerzen nach der Behandlung zu überwachen.
Wie lange hält der Vorteil an?
- Die Schmerzlinderung kann 6 bis 12 Monate anhalten, abhängig von der natürlichen Regeneration der Nerven.
- Falls erforderlich, kann das Verfahren nach einer neuen diagnostischen Bewertung wiederholt werden.
Gibt es irgendwelche Risiken oder Nebenwirkungen?
Das Verfahren ist im Allgemeinen sicher. Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Schmerzen oder Unwohlsein im behandelten Bereich in den folgenden Tagen
- Selten Infektionen, Blutungen oder Nervenverletzungen Schwere Komplikationen sind sehr selten.
Denken Sie daran:
- Fahren Sie für 24 Stunden nach dem Eingriff nicht Auto.
- Vereinbaren Sie eine Begleitung für die Heimreise.
- Füllen Sie das Formular, das Ihnen ausgehändigt wird, sorgfältig aus und schicken Sie es an Ihren Schmerzarzt zurück.