TiDolore

Schmerzen nach einer Amputation (Phantomschmerz, Stumpfschmerz)

Postamputationsschmerzen sind eine Form von chronischen Schmerzen, die nach der chirurgischen Entfernung einer Gliedmaße auftreten können.

Die beiden wichtigsten Veranstaltungen sind:

  • Phantomschmerzen: ein schmerzhaftes Gefühl in dem Teil der Gliedmaße, der nicht mehr vorhanden ist
  • Stumpfschmerz: lokalisierte Schmerzen im Stumpf der amputierten Gliedmaße

Wie verbreitet ist sie?

Laut wissenschaftlicher Literatur entwickeln zwischen 30 und 80 % der Patienten, die sich einer Amputation unterziehen, eine Form von chronischen postoperativen Schmerzen.
Dies kann Phantomschmerzen, Stumpfschmerzen oder beides umfassen.

Wie kommt es dazu?

Postamputationsschmerzen können durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Veränderungen im zentralen Nervensystem: Das Gehirn nimmt die Gliedmaße weiterhin „wahr“, obwohl sie nicht mehr vorhanden ist
  • Neurom: ein abnormales Wachstum von Nervenenden im Stumpf
  • Lokale Entzündung oder tiefe Narbenbildung
  • Psychologische Faktoren: Angst, Schlaflosigkeit oder Depression können die Schmerzwahrnehmung beeinflussen

Phantomschmerzen in den Gliedmaßen können sich insbesondere wie folgt äußern:

  • Brennen, Schmerzen, Krämpfe, Elektroschocks
  • Gefühl der falschen Position der fehlenden Gliedmaße
  • Verschlimmerung bei Stress, Kälte, Verwendung von Prothesen oder Inaktivität

Wie wird sie diagnostiziert?

  • Spezielle Schmerzbeurteilung auf der Grundlage der Schilderungen des Patienten und der klinischen Untersuchung
  • In einigen Fällen werden Ultraschall, MRI oder EMG eingesetzt, um Neurome oder Entzündungen auszuschließen.
  • Es gibt keine „Einheitsuntersuchung“: klinische Erfahrung und ein individueller Ansatz sind entscheidend

Welche Behandlungen gibt es?

Pharmakologische Behandlung

  • Medikamente gegen neuropathische Schmerzen (z.B. Gabapentin, Pregabalin, Amitriptylin, Duloxetin)
  • Niedrig dosierte Ketamininfusionen (in ausgewählten Fällen)

Physikalische Therapien und Neuromodulation

  • TENS (transkutane Nervenstimulation) am Stumpf oder den entsprechenden Bereichen
  • Spiegeltherapie oder virtuelle Realität
  • Funktionelle Rehabilitation und Verwendung von empfindlichen Prothesen
  • Beschäftigungstherapie und psychologische Unterstützung

Interventionelle Therapien

  • Echogesteuerte Nervenblockaden (am Ischiasnerv, Oberschenkelnerv)
  • Lokale Infiltration des Stumpfes im Falle eines Neuroms oder einer Entzündung
  • Gepulste Radiofrequenz bei schmerzhaften Neuromen
  • Spinale Neuromodulation (in chronisch refraktären Fällen)

Wie sieht die Prognose aus?

Viele Patienten erfahren durch einen individuellen, multidisziplinären Ansatz eine deutliche Verbesserung ihrer Schmerzen und ihrer Lebensqualität. Auch wenn die Schmerzen im Laufe der Zeit anhalten können, verfügen wir heute über wirksame Strategien, um sie zu reduzieren und zu bewältigen.

Lebensstil-Interventionen

Körperliche Aktivität (Spazierengehen, Stretching), regelmäßiger Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und Techniken zum Stressabbau können die Widerstandsfähigkeit verbessern und die Wirksamkeit medizinischer Therapien erhöhen.

Psychologische Unterstützung

Die Behandlung chronischer Schmerzen kann durch psychologische Interventionen (wie Entspannungstechniken oder kognitive Verhaltenstherapie) unterstützt werden, die dazu beitragen, Ängste, Schlaflosigkeit und die Auswirkungen der Schmerzen auf die Lebensqualität zu verringern.