Was ist das?
Die postherpetische Neuralgie ist die häufigste chronische Komplikation der Gürtelrose. Es handelt sich um einen neuropathischen Schmerz, der durch eine Schädigung der sensorischen Nerven während der Varizella-Zoster-Virusinfektion verursacht wird.
Wie häufig ist sie?
Etwa 20% der Patienten mit Gürtelrose berichten über Schmerzen, die auch nach 3 Monaten noch vorhanden sind, und 15% haben 2 Jahre nach dem Ausbruch anhaltende Schmerzen.
Das Risiko steigt mit dem Alter: von 8% bei Patienten im Alter von 50-54 Jahren auf 21% zwischen 80-84 Jahren.
Typische Symptome
- Ständig brennender Schmerz
- Paroxysmale Schocks
- Allodynie (Schmerzen bei bloßer Berührung der Haut)
- Juckreiz oder Hypoästhesie in dem betroffenen Hautbereich (Dermatom)
Diagnose
- Gürtelrose in der Vorgeschichte + Schmerzen, die ≥90 Tage anhalten
- Klinisch-neurologische Beurteilung
- Es sind keine besonderen instrumentellen Untersuchungen erforderlich
Behandlungen
Topische Behandlung
- Lidocain 5% Pflaster
- Pflaster mit einer hohen Konzentration von Capsaicin (8%)
Systemische Behandlung
- Trizyklische Antidepressiva (Amitriptylin, Nortriptylin)
- Gabapentin oder Pregabalin
- Opioide (nur in refraktären Fällen und unter strenger Aufsicht)
Neurostimulation
Wenn lokale Behandlungen oder Medikamente nicht ausreichen, kann die Neuromodulation, eine Technik, die elektrische Impulse zur „Beruhigung“ von Schmerzsignalen einsetzt, geprüft werden:
- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
Ein tragbares Gerät, das kleine elektrische Impulse durch die Haut sendet.
Es kann helfen, Schmerzen ohne Medikamente zu lindern. - Rückenmarkstimulation (SCS)
Ein minimal-invasives Verfahren, das in bestimmten medikamentenresistenten Fällen angezeigt ist.
Eine kleine Elektrode wird in der Nähe des Rückenmarks implantiert, um den Schmerz zu blockieren.
Interventionelle Therapien
Nicht routinemäßig empfohlen: keine ausreichende Evidenz für Sympathikusblockaden oder intrathekale Injektionen.
Prävention
Die Impfung gegen Gürtelrose ist die einzige wirksame Methode zur Vorbeugung der postherpetischen Neuralgie.
Sie reduziert das Auftreten von Zoster um 51% und PHN um 66%.